DDR Geschichte präsenter als je zuvor
Im Rahmen einer Bildungsfahrt in die Hauptstadt traf sich die JU mit dem Bundestagsabgeordneten Helmut Brandt und diskutierte mit ihm über Stolberg und die Städteregion. Neben der Diskussion nutzte die JU die Einladung von Herrn Brandt, um sich ausführlich Berlin anzusehen. Das Bundespresseamt hatte ein hervorragendes kulturelles und
politisches Programm erstellt, das alle wichtigen politischen und geschichtlichen Belange abdeckte. Die JUler besuchten das Verteidigungsministerium und wurden durch Oberstleutnant Decker auf sehr erfrischende Art über die aktuelle Sicherheitslage in Afghanistan und die Geschichte des Bendlerblocks aufgeklärt. Auch der Besuch im Bundestag und Kanzleramt verschaffte interessante Einblicke. Während einer unterhaltsamen Haushaltsdebatte über den Etat Forschung und Bildung konnten die Besucher die tägliche Arbeit der Abgeordneten und Minister beobachten und stellten fest, wie schlagfertig MdB Schavan sein kann.
Das traurige Highlight der Fahrt war sicherlich der Besuch des Stasigefängnisses Hohenschönhausen. Der Referent Herr Breitbarth führte die Gruppe zwei Stunden durch die Stasi-Haftanstalt und schilderte äußert plastisch und ergreifend die Schrecken und Grausamkeiten unter dem Unrechtsregime der DDR. Durch seine persönlichen Erfahrungen in diesem Gefängnis gelang es ihm, die Gruppe auf eindrucksvolle Art und Weise durch die Anstalt zu geleiten und das Interesse auf höchstem Niveau zu halten.
Der Vorsitzende der Jungen Union, Hans Bruckschen, stellte während der Führung fest: „Die Einblicke und Schilderungen durch Herrn Breitbarth sind so ergreifend, dass man die bedrückende Atmosphäre in diesem Gefängnis förmlich greifen kann.“ Vielen Gruppenmitgliedern sind die geschichtlichen Zusammenhänge bekannt, doch gerade die körperlichen Grausamkeiten in der Zeit bis 1961 waren den Wenigsten so präsent. Die Nachbauten der Wasserfolterkammern und Stehzellen verdeutlichten den Eindruck der bedrückenden Stimmung immens. Auch die Anwendung der psychischen Folter in der Zeit ab 1961, in dem oberirdischen Neubau der Anlage, ergriffen die Besucher sehr. Überraschend war für alle, dass bei 103 Gefangenzellen ca. 120 Verhörräume errichtet worden waren. Die Verhöre der ausnahmslos in Isolationshaft befindlichen Insassen dauerten oft mehrer Stunden und führten zu schwersten seelischen Schäden. Herr Breitbarth erzählte der Gruppe von Verhören die bis zu 27 Stunden am Stück durchgeführt wurden. Zur Durchführung dieser täglichen Folter kamen auf einen Gefangenen fünf bis sechs Stasiangestellte.
Wenn man diese Einblicke in so eine Gefängnisanstalt erhält und solche Eindrücke über die DDR sammeln kann, ist es auch nicht verwunderlich, dass seit einiger Zeit die Partei „Die Linke“ das Bundespresseamt angewiesen hat, ihre Besuchergruppen nicht mehr dorthin zu führen. Wer könnte denn auch sonst mit ruhigem Gewissen die DDR verherrlichen und Wege in den Kommunismus erforschen, wenn er erklären müsste, dass die Stasi der Gestapo rege nacheiferte?